modified eCommerce: Nachfolger & Migration – der ehrliche Vergleich
Viele modified-Shops laufen seit über zehn Jahren zuverlässig – und genau das wird jetzt zum Problem. Welche drei Systeme als Nachfolger realistisch sind und worauf es bei der Datenübernahme wirklich ankommt.
- 5,0 / 5,0 aus echten Projekten
- Webshop-Experten · 20+ Jahre
- 200+ Shops begleitet
- 4–8 W. bis Go-Live
- ab 1.990 € Festpreis
Wo modified eCommerce heute steht
modified eCommerce ist ein Abkömmling von xt:Commerce – Open Source, kostenlos, in Deutschland entstanden und über Jahre von einem kleinen, engagierten Entwicklerteam gepflegt. Das Ergebnis: bemerkenswert stabile Shops, von denen viele seit mehr als einem Jahrzehnt ohne größere Zwischenfälle laufen. Diese Langlebigkeit verdient Respekt – sie hat aber eine Kehrseite, die 2026 immer deutlicher wird.
Die Codebasis stammt konzeptionell aus der osCommerce-Ära. Die Anpassung an aktuelle PHP-Versionen verläuft schleppend, das Template-System entspricht nicht mehr dem Stand der Technik, und eine verlässliche, öffentlich kommunizierte Roadmap gibt es nicht. Wer heute auf modified setzt, setzt auf die Fortsetzung ehrenamtlicher Arbeit – ohne Garantie.
Typische Auslöser, warum modified-Händler jetzt wechseln:
- Neue PHP-Versionen des Hosters erzwingen Anpassungen, für die kaum noch Entwickler zu finden sind
- Wachsender DSGVO- und PCI-DSS-Druck: Zahlungsanbieter und Datenschutz verlangen aktuelle, gepflegte Systeme
- Veraltetes Template-System – mobile Optimierung und Checkout-UX hinken der Konkurrenz hinterher
- Module und Schnittstellen (Payment, Versand, Marktplätze) werden seltener gepflegt
- Keine verlässliche Roadmap – Investitionen in den Alt-Shop sind kaum noch zu rechtfertigen
Die Ausgangslage ähnelt der von xt:Commerce-Shops – kein Wunder, die Systeme teilen sich die Wurzeln. Wer ein anderes Alt-System betreibt, findet unter weitere Migrationswege den passenden Einstieg.
Die Passwort-Falle: gemischte Hashes in alten Datenbanken
Ein Detail, das in kaum einem Migrations-Angebot steht, in der Praxis aber regelmäßig zum Stolperstein wird: In modified-Datenbanken, die über viele Jahre gewachsen sind, liegen die Kundenpasswörter oft in gemischten Hash-Formaten vor. Konten aus der Frühzeit des Shops sind noch mit MD5 gehasht, später angelegte oder geänderte Passwörter bereits mit bcrypt – beides in derselben Tabelle.
Die Konsequenz: Eine 1:1-Übernahme der Logins ins neue System ist technisch nicht möglich. Kein seriöses Zielsystem akzeptiert MD5-Hashes, und die Klartext-Passwörter kennt – richtigerweise – niemand. Es gibt aber zwei saubere Wege, ohne ein einziges Kundenkonto zu verlieren:
- Begleiteter Reset-Flow: Alle Konten werden übernommen, Kunden setzen beim ersten Login ein neues Passwort – kommuniziert per E-Mail und Hinweis im Shop.
- Technische Überleitung: Das alte Passwort wird beim ersten Login gegen den Alt-Hash geprüft und bei Erfolg sofort sicher neu gehasht – für den Kunden unsichtbar.
Kundenstammdaten, Rechnungs- und Lieferadressen sowie Kundengruppen sind davon unberührt und werden vollständig übernommen. Die Bestellhistorie ist optional: Führt ein ERP die Belege, kann der neue Shop schlank starten. Welche Variante wann sinnvoll ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Kundenkonten & Passwörter bei der Shop-Migration.
Die drei realistischen Nachfolger
Magento, OXID oder Exoten sind für typische modified-Umsteiger selten sinnvoll – zu groß, zu teuer oder mit denselben Perspektiv-Problemen. Diese drei Systeme decken in unseren Projekten praktisch alle Fälle ab.
Shopware 6
Beste Wahl für B2B, Kontrolle und Hosting in Deutschland
Stärken
- Deutsche Entwicklung, DSGVO-nativ, Hosting frei wählbar
- Starke B2B-Funktionen (Kundengruppen, Preislisten, Angebote)
- Sauberes, modernes Template-System (Twig) statt Altlasten
- Große Partner-Landschaft – keine Abhängigkeit von Einzelentwicklern
Zu beachten
- Technisch anspruchsvoller als modified – Wartung bleibt Ihre Aufgabe
- Hosting muss professionell aufgesetzt werden (oder Shopware Cloud)
Wer aus modified eCommerce kommt, Self-Hosting behalten will und B2B-Strukturen hat, landet fast immer bei Shopware 6. Das Datenmodell nimmt die modified-Strukturen (Kundengruppen, Staffelpreise, Attribute) am besten auf.
Shopify
Beste Wahl, wenn Sie nie wieder Updates einspielen wollen
Stärken
- Kein Hosting, keine PHP-Versionen, keine Sicherheits-Patches
- PCI-Compliance und Checkout-Sicherheit liegen beim Anbieter
- Sehr stabiler, konversionsstarker Checkout
- Schneller Go-Live, planbare monatliche Kosten
Zu beachten
- Laufende Lizenzgebühren statt Einmalkosten
- Deutsche Anforderungen (Rechnungskauf, Kleinunternehmer) teils nur per App
Der größte Kontrast zu modified: Sie geben die komplette technische Verantwortung ab. Für Händler, die jahrelang selbst gepatcht haben und davon müde sind, ist das oft die eigentliche Erlösung.
WooCommerce
Beste Wahl bei starkem Content- und Blog-Fokus
Stärken
- Keine Lizenzkosten, Open Source wie modified
- WordPress-Redaktionssystem inklusive – Content und Shop in einem
- Riesiges Plugin-Ökosystem, viele Entwickler verfügbar
Zu beachten
- Hosting- und Wartungsverantwortung bleibt bei Ihnen
- Bei großen Katalogen (10.000+ Artikel) braucht es sauberes Hosting-Setup
Wer die Open-Source-Philosophie von modified schätzt, aber ein lebendiges Ökosystem will, bekommt mit WooCommerce den sanftesten Kulturwechsel – allerdings ohne die Wartung loszuwerden.
Entscheidungs-Matrix
Eine ehrliche Abkürzung für Ihre Entscheidung
| Wenn… | → Empfehlung |
|---|---|
| Sie haben B2B-Kunden mit Kundengruppen und Staffelpreisen | Shopware 6 |
| Sie wollen Hosting in Deutschland und volle Datenkontrolle | Shopware 6 |
| Sie wollen nie wieder selbst Updates und Patches einspielen | Shopify |
| Sie wollen in wenigen Wochen live sein | Shopify |
| Content-Marketing und Blog sind zentral für Ihren Umsatz | WooCommerce |
| Sie wollen Open Source bleiben, aber mit aktiver Community | WooCommerce oder Shopware 6 |
Häufige Fragen zum Wechsel von modified eCommerce

Christoph Gaul
Seit über 20 Jahren im E-Commerce und Gründer von webshop-migration.de. Hat hunderte Shop-Projekte begleitet – von kleinen B2C-Shops bis zu komplexen B2B-Migrationen mit Kundengruppen, ERP-Anbindung und langer Datenhistorie. Schreibt hier aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.
Bereit für den nächsten Schritt?
Kostenlose Ersteinschätzung in 24 Stunden. Unverbindlich, mit ehrlichem Zeit- und Preisrahmen.
Das passt auch zu Ihnen
OXID eShop: Zukunft, Nachfolger & Migration im Vergleich
Wie sicher ist OXID eShop noch? Ehrliche Lageeinschätzung, wann Bleiben sinnvoll ist und welche Nachfolger passen – inkl. Entscheidungs-Matrix.
Artikel lesenGambio Nachfolger: Welches System ersetzt Gambio wirklich?
Shopware 6, Shopify oder WooCommerce – ein ehrlicher Vergleich der Gambio-Nachfolger inkl. Entscheidungs-Matrix.
Artikel lesenVon Shopify zu Shopware wechseln: Warum sich der Umstieg für KMU lohnt
Steigende Shopify-Kosten, App-Abhängigkeit und eingeschränkte Individualisierung – wann der Wechsel zu Shopware sich rechnet.
Artikel lesen