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    modified eCommerce: Nachfolger & Migration – der ehrliche Vergleich

    Viele modified-Shops laufen seit über zehn Jahren zuverlässig – und genau das wird jetzt zum Problem. Welche drei Systeme als Nachfolger realistisch sind und worauf es bei der Datenübernahme wirklich ankommt.

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    Wo modified eCommerce heute steht

    modified eCommerce ist ein Abkömmling von xt:Commerce – Open Source, kostenlos, in Deutschland entstanden und über Jahre von einem kleinen, engagierten Entwicklerteam gepflegt. Das Ergebnis: bemerkenswert stabile Shops, von denen viele seit mehr als einem Jahrzehnt ohne größere Zwischenfälle laufen. Diese Langlebigkeit verdient Respekt – sie hat aber eine Kehrseite, die 2026 immer deutlicher wird.

    Die Codebasis stammt konzeptionell aus der osCommerce-Ära. Die Anpassung an aktuelle PHP-Versionen verläuft schleppend, das Template-System entspricht nicht mehr dem Stand der Technik, und eine verlässliche, öffentlich kommunizierte Roadmap gibt es nicht. Wer heute auf modified setzt, setzt auf die Fortsetzung ehrenamtlicher Arbeit – ohne Garantie.

    Typische Auslöser, warum modified-Händler jetzt wechseln:

    • Neue PHP-Versionen des Hosters erzwingen Anpassungen, für die kaum noch Entwickler zu finden sind
    • Wachsender DSGVO- und PCI-DSS-Druck: Zahlungsanbieter und Datenschutz verlangen aktuelle, gepflegte Systeme
    • Veraltetes Template-System – mobile Optimierung und Checkout-UX hinken der Konkurrenz hinterher
    • Module und Schnittstellen (Payment, Versand, Marktplätze) werden seltener gepflegt
    • Keine verlässliche Roadmap – Investitionen in den Alt-Shop sind kaum noch zu rechtfertigen

    Die Ausgangslage ähnelt der von xt:Commerce-Shops – kein Wunder, die Systeme teilen sich die Wurzeln. Wer ein anderes Alt-System betreibt, findet unter weitere Migrationswege den passenden Einstieg.

    Aus der Projektpraxis

    Die Passwort-Falle: gemischte Hashes in alten Datenbanken

    Ein Detail, das in kaum einem Migrations-Angebot steht, in der Praxis aber regelmäßig zum Stolperstein wird: In modified-Datenbanken, die über viele Jahre gewachsen sind, liegen die Kundenpasswörter oft in gemischten Hash-Formaten vor. Konten aus der Frühzeit des Shops sind noch mit MD5 gehasht, später angelegte oder geänderte Passwörter bereits mit bcrypt – beides in derselben Tabelle.

    Die Konsequenz: Eine 1:1-Übernahme der Logins ins neue System ist technisch nicht möglich. Kein seriöses Zielsystem akzeptiert MD5-Hashes, und die Klartext-Passwörter kennt – richtigerweise – niemand. Es gibt aber zwei saubere Wege, ohne ein einziges Kundenkonto zu verlieren:

    • Begleiteter Reset-Flow: Alle Konten werden übernommen, Kunden setzen beim ersten Login ein neues Passwort – kommuniziert per E-Mail und Hinweis im Shop.
    • Technische Überleitung: Das alte Passwort wird beim ersten Login gegen den Alt-Hash geprüft und bei Erfolg sofort sicher neu gehasht – für den Kunden unsichtbar.

    Kundenstammdaten, Rechnungs- und Lieferadressen sowie Kundengruppen sind davon unberührt und werden vollständig übernommen. Die Bestellhistorie ist optional: Führt ein ERP die Belege, kann der neue Shop schlank starten. Welche Variante wann sinnvoll ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Kundenkonten & Passwörter bei der Shop-Migration.

    Die drei realistischen Nachfolger

    Magento, OXID oder Exoten sind für typische modified-Umsteiger selten sinnvoll – zu groß, zu teuer oder mit denselben Perspektiv-Problemen. Diese drei Systeme decken in unseren Projekten praktisch alle Fälle ab.

    Shopware 6

    Beste Wahl für B2B, Kontrolle und Hosting in Deutschland

    Zu Shopware 6 migrieren

    Stärken

    • Deutsche Entwicklung, DSGVO-nativ, Hosting frei wählbar
    • Starke B2B-Funktionen (Kundengruppen, Preislisten, Angebote)
    • Sauberes, modernes Template-System (Twig) statt Altlasten
    • Große Partner-Landschaft – keine Abhängigkeit von Einzelentwicklern

    Zu beachten

    • Technisch anspruchsvoller als modified – Wartung bleibt Ihre Aufgabe
    • Hosting muss professionell aufgesetzt werden (oder Shopware Cloud)

    Wer aus modified eCommerce kommt, Self-Hosting behalten will und B2B-Strukturen hat, landet fast immer bei Shopware 6. Das Datenmodell nimmt die modified-Strukturen (Kundengruppen, Staffelpreise, Attribute) am besten auf.

    Shopify

    Beste Wahl, wenn Sie nie wieder Updates einspielen wollen

    Zu Shopify migrieren

    Stärken

    • Kein Hosting, keine PHP-Versionen, keine Sicherheits-Patches
    • PCI-Compliance und Checkout-Sicherheit liegen beim Anbieter
    • Sehr stabiler, konversionsstarker Checkout
    • Schneller Go-Live, planbare monatliche Kosten

    Zu beachten

    • Laufende Lizenzgebühren statt Einmalkosten
    • Deutsche Anforderungen (Rechnungskauf, Kleinunternehmer) teils nur per App

    Der größte Kontrast zu modified: Sie geben die komplette technische Verantwortung ab. Für Händler, die jahrelang selbst gepatcht haben und davon müde sind, ist das oft die eigentliche Erlösung.

    WooCommerce

    Beste Wahl bei starkem Content- und Blog-Fokus

    Zu WooCommerce migrieren

    Stärken

    • Keine Lizenzkosten, Open Source wie modified
    • WordPress-Redaktionssystem inklusive – Content und Shop in einem
    • Riesiges Plugin-Ökosystem, viele Entwickler verfügbar

    Zu beachten

    • Hosting- und Wartungsverantwortung bleibt bei Ihnen
    • Bei großen Katalogen (10.000+ Artikel) braucht es sauberes Hosting-Setup

    Wer die Open-Source-Philosophie von modified schätzt, aber ein lebendiges Ökosystem will, bekommt mit WooCommerce den sanftesten Kulturwechsel – allerdings ohne die Wartung loszuwerden.

    Entscheidungs-Matrix

    Eine ehrliche Abkürzung für Ihre Entscheidung

    Wenn…→ Empfehlung
    Sie haben B2B-Kunden mit Kundengruppen und StaffelpreisenShopware 6
    Sie wollen Hosting in Deutschland und volle DatenkontrolleShopware 6
    Sie wollen nie wieder selbst Updates und Patches einspielenShopify
    Sie wollen in wenigen Wochen live seinShopify
    Content-Marketing und Blog sind zentral für Ihren UmsatzWooCommerce
    Sie wollen Open Source bleiben, aber mit aktiver CommunityWooCommerce oder Shopware 6

    Häufige Fragen zum Wechsel von modified eCommerce

    Christoph Gaul, Webshop-Migrationsexperte
    Über den Autor

    Christoph Gaul

    Seit über 20 Jahren im E-Commerce und Gründer von webshop-migration.de. Hat hunderte Shop-Projekte begleitet – von kleinen B2C-Shops bis zu komplexen B2B-Migrationen mit Kundengruppen, ERP-Anbindung und langer Datenhistorie. Schreibt hier aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

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